FAQ´s

Fragen und Antworten zu Mieterstrom und Vor-Ort-Energie

Was ist Mieterstrom?

Das BMWi sagt hierzu: "Als Mieterstrom wird Strom bezeichnet, der in einem Blockheizkraftwerk oder in einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Wohngebäudes erzeugt und an Letztverbraucher (insbesondere Mieter) in diesem Wohngebäude geliefert wird. Der von den Mietern nicht verbrauchte Strom wird ins Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist und vergütet" (Quelle: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/mieterstrom.html, Abrufdatum: 5. Juli 2017). Da Mieterstrom nicht aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, fallen keine Netzentgelte, Umlagen, Stromsteuer oder Konzessionsabgaben an. Lediglich die EEG-Umlage muss bezahlt werden. Mieter und Vermieter können deshalb von günstigerem Strom profitieren.

Mieterstrommodelle können in der Praxis unterschiedliche Formen annehmen. Sie lassen sich flexibel nach den örtlichen Gegebenheiten und den persönlichen Interessen gestalten. Der Gebäudeeigentümer kann die Stromerzeugungsanlage selbst betreiben und die Stromverträge mit den Mietern abschließen. Er kann den Betrieb und Vertrieb aber auch an einen Dritten, z.B. an ein Stadtwerk oder Energiegenossenschaft übergeben.

Wie funktioniert ein typisches Mieterstrommodell?

Grob skizziert funktioniert ein Mieterstrommodell auf folgende Weise:

1. Die Solarenergie-Anlage/der Stromspeicher / das BHKW versorgt die Bewohner mit Strom
2. Reicht der Strom nicht aus, versorgt der örtliche Stromversorger das Gebäude mit Reststrom
3. Überschüssiger Strom wird auf Grund von Zeitunterschieden in der Produktion des Stroms und dessen Verbrauchs eingespeist
4. Der Bewohnerstrom wird über eigene geeichte Zähler abgerechnet
5. Die Stromversorgung wird zu jeder Zeit gewährleistet

Was sind die Vorteile von Mieterstrom?

Mieterstrom hat folgende Vorteile:

  • Mieter können den selbst erzeugten Strom günstiger beziehen als aus dem öffentlichen Netz: Dabei schließen die Mieter einen Stromvertrag mit dem Mieterstromanbieter/Energiedienstleister ab und werden somit direkt mit Gebäudestrom versorgt.
  • Mieterstrom setzt Impulse für den Zubau regenerativer Energietechnik; Mieter und Vermieter sind konkret an der Energiewende beteiligt.
  • Die Energieeffizienz von Wohngebäuden wird durch Mieterstrom erhöht.
  • Immobilienwerte steigen durch die Wertschöpfung aus vor Ort produziertem Ökostrom.
  • Die Stromnetze werden entlastet.

 

Welche Geschäftsmodelle zur Umsetzung von Mieterstromprojekten bieten sich an?

Es gibt unterschiedliche Modelle zur Umsetzung von Mieterstrom. Die Wichtigsten sind hier kurz beschrieben:

  • Eigenbetrieb:

Das Wohnungsunternehmen kann selbst als Stromlieferant der Mieter im Gebäude auftreten und die Errichtung der Erzeugungsanlagen, den Betrieb und den Vertrieb selbst organisieren. Das Wohnungsunternehmen muss dabei eine Reihe zusätzlicher organisatorischer, betriebs‐ und energiewirtschaftlicher Voraussetzungen erfüllen. Für Genossenschaften gilt eine Sonderregelung: die Einnahmen aus dem Gewerbebetrieb (Stromerzeugung) dürfen nicht höher als 10 % der Einnahmen aus der Vermietung liegen, da sonst die Umsatzsteuer‐, Gewerbe‐ und Körperschaftsteuerbefreiung ggf. verloren geht.

  • Mieter bilden eine Energiegenossenschaft oder GbR / Pachtmodell:

Wenn die Mieter eine Energiegenossenschaft oder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen und die Erzeugungsanlage im Gebäude selbst betreiben, kann dies u. U. als Eigenverbrauch angesehen werden. Dazu mieten sie die Erzeugungsanlage vom Eigentümer und speisen nicht selbst verbrauchten Strom ins Netz ein. Mit Wartung, Betrieb und Abrechnung können auch Dritte, ggf. auch der Eigentümer beauftragt werden.

  • Contracting:

Ein externer Dienstleister (Contractor) übernimmt die Errichtung, den Betrieb, die Akquisition und die Abrechnung mit den Mietern. Dieser Dienstleister hat als externes Unternehmen mit eigener Geschäftstätigkeit unter Umständen andere Gewinnziele als ein Wohnungsunternehmen, was die Rentabilität für Wohnungsunternehmen und Mieter reduzieren kann. Besonders interessant ist Mieterstrom-Contracting bei Neubau und Bestandsimmobilien mit einer Größe von mehr als 20 Wohneinheiten und einem Energiekonzept, das ein Blockheizkraftwerk mit einer Größe ab 20 Kilowattstunden elektrischer Leistung vorsieht.

Welche Immobilien sind für Mieterstrom geeignet?

Mieterstrom eignet sich für Mehrparteienhäuser mit mehr als acht Wohneinheiten. Sofern Sie im Zuge eines Neubaus eine PV-Dachanlage oder ein BHKW planen, entwickeln wir gerne das passende Konzept für Sie. Je nach Technologie sind unterschiedliche Anforderungen zu berücksichtigen (bei PV z. B. Statik, Verschattung, Dacheindeckung). Wenn bei Bestandsgebäuden bereits eine Solarenergieanlage oder ein Blockheizkraftwerk besteht, können diese zur Mieterstromanlage entwickelt werden. Selbstverständlich helfen wir Ihnen auch hierbei.

Welche Mieterstrom-Technologien gibt es?

Bei typischen Mieterstrommodellen können Sie sich zwischen Solarenergieanlage und Blockheizkraftwerk entscheiden: Mit einer Solaranlage erzeugen Sie auf dem Dach Ihrer Immobilie selbst Strom. Dabei wandeln Solarmodule das einstrahlende Sonnenlicht in elektrische Energie um, die Ihre Mieter direkt als Strom nutzen können. Wenn mehr Strom verbraucht wird als die Anlage liefert, werden Ihre Mieter mit Strom aus unserem Netz versorgt.

Bei einem Blockheizkraftwerk treibt ein Gas-Verbrennungsmotor einen Generator an. Dabei wird Strom produziert. Gleichzeitig entsteht Wärme, die zum Heizen genutzt wird. Dieses Prinzip wird Kraft-Wärme-Kopplung genannt und macht ein Blockheizkraftwerk so effizient. Ihre Mieter können sowohl Strom und Wärme aus dem Blockheizkraftwerk beziehen.

Wer übernimmt die Finanzierung der Mieterstromanlage?

VOR-ORT-ENERGIE unterstützt Sie in der Strukturierung Ihres gesamten Mieterstrom-Finanzierungskonzeptes und insbesondere bei der geigneten Finanzierungsmöglichkeit Ihrer gewählten Kraftwerkstechnik, z.B. Solarenergieanlage oder das Blockheizkraftwerk.
Es gibt folgende Möglichkeiten:

1. Wollen sie die Finanzierung selber übernehmen, können wir Sie komplementär mit unseren Mieterstrom-Dienstleistungen unterstützen.

2. Im Rahmen eines Pachtmodells können Sie die Kraftwerkstechnik pachten und erhalten eine Vergütung, z.B. von VOR-ORT-ENERGIE als Contractor. Gerne beraten wir Sie bei der Identifizierung eines geeigneten Kooperationspartners.

3. Eine attraktive Möglichkeit der Finanzierung ist Bürgerbeteiligung/Mieterbeteiligung: Lassen Sie sich einfach Ihre Mieterstrommaßname von den Bürgern und Mietern vor Ort vorfinanzieren. eueco als Experte für Bürger- und Mieterbeteiligung sagt Ihnen, wie das geht. Eine kleine Vorab-Info geben Ihnen unsere FAQ´s zu Bürgerbeteiligung/Mieterbeteiligung.


Ihre Fragen zur Finanzierung klären wir gerne – kontaktieren Sie unsere Experten über das Kontaktformular.

 

Welche Vergütung gibt es für Mieterstrom?

Das aktuelle Mieterstromgesetz sieht vor, dass Betreiber von Mieterstromanlagen einen Zuschlag zwischen 2,75 Cent und 3,8 Cent pro Kilowattstunde erhalten. Die Höhe der Förderung ist abhängig von der Anlagengröße und gilt nur für Neuanlagen bis maximal 100 kW.

Der Mieterstromtarif darf laut Gesetzesentwurf maximal 90 % des örtlichen Grundversorgertarifes eines anderen Stromanbieters betragen, weil Netzentgelte, Konzessionsabgaben, Umlagen und Stromsteuer bei Mieterstrom entfallen.

Was passiert, wenn eine Anlage zu viel oder zu wenig Strom für den Bedarf der Mieter produziert?

Überschüssigen Mieterstrom der Anlage darf der Vermieter zu den Konditionen des geltenden Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) in das allgemeine Stromnetz einspeisen. Sollte die Anlage dagegen zu wenig Strom für die Mieter produzieren, kann der Vermieter umgekehrt das öffentliche Stromnetz zu den üblichen Konditionen nutzen.

Wie funktioniert VOR-ORT-ENERGIE, der White Label-Mieterstrom-Service?

Das Angebot ist ein Komplett-Paket für Akteure der Energie- und Wohnungswirtschaft (wie z. B. Energie- und Wohnbaugenossenschaften, Energieversorger/Stadtwerke, Kommunen, Immobilienbesitzer und Hausverwalter), um schnell und einfach in den Mieterstrom-Markt einzusteigen. Das Portfolio vereint Services entlang der Wertschöpfungskette zur Umsetzung von Mieterstromprojekten.
Damit haben Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, das Mieterstrom-Angebot auf ihre sowie die Bedürfnisse ihrer Kunden zuzuschneiden und ein attraktives Angebot zu entwickeln. Alle Services von VOR-ORT-ENERGIE gibt es im White-Label und nach dem Baukasten-Prinzip. Das garantiert Ihnen größtmögliche Freiheit und Flexibilität und hilft genauso etablierten Mieterstromanbietern, Ihre Angebot zu optimieren, ergänzen und effizienter zu gestalten.

Was bedeutet „White Label“ und welche Vorteile bietet der VOR-ORT-ENERGIE-Service Energie- und Wohnungsunternehmen?

Wir bieten Mieterstrom als White-Label. Was bedeutet das genau? Mit VOR-ORT-ENERGIE können Sie Ihr eigenes Mieterstrom-Angebot entwickeln, in den Mieterstrom-Markt einsteigen oder ein bestehendes Mieterstromprojekt optimieren. Dafür erhalten Sie Ihre eigene, auf Sie "gebrandete", digitale Mieterstrom-Plattform, die Ihnen die Umsetzung Ihres Projekts über alle Phasen hinweg erleichtert. Zusätzlich bieten wir Ihnen alle weiteren wichtigen Services, die Sie zur Realisierung oder Ergänzung Ihrer Mieterstrom-Projekte benötigen, wie z.B. Konzeption, Kalkulation, Projektierung, Abwicklung oder Betreuung. Jedes Energie- oder Wohnungsunternehmen kann somit passend zur eigenen Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Vertriebsstrategie individuelle Mieterstrom-Lösungen einfach und erfolgreich durchführen.

Wie setzt sich das White-Label-Portfolio von VOR-ORT-ENERGIE zusammen?

Zentraler Bestandteil des Angebots von VOR-ORT-ENERGIE ist die digitale White-Label-Lösung regiocap® zur automatisierten Abwicklung und Verwaltung von Mieterstromprojekten und Immobilien. Die White-Label-Lösung richtet sich an Energie- oder Wohnungsunternehmen die Mieterstrom-Projekte in Eigenhand durchführen wollen. Daher ist regiocap® standardisiert und flexibel zugleich: So ist das komplette Datenmanagement digitalisiert und optimal auf die jeweiligen Bedürfnisse und Anforderungen ausgerichtet. regiocap® beherrscht alle Prozesse rund um:

  • Objektverwaltung
  • Mieterverwaltung
  • Energiemanagement
  • Zahlungsverkehr
  • Kommunikation
  • Schnittstellen

Darüber hinaus erlaubt die Plattform Genossenschaften die Verwaltung ihrer Mitglieder und die Finanzierung/Einwerbung neuer Projekte. Stadtwerke bzw. Energieversorger können finanzielle Bürgerbeteiligung darüber abbilden. Wenn Sie detaillierte Auskunft benötigen, dann wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular an uns.

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